Feinmotorik-Therapie nach H. Stehn

Für schreibauffällige Kinder und Erwachsene

Schreibprobleme können eine Vielzahl an Erscheinungsformen haben und in unterschiedlichstem Zusammenhang auftreten. So sind Schreibauffälligkeiten bei Hochbegabung ebenso zu finden wie bei behinderten Kindern und Erwachsenen, bei Menschen mit Gelenkproblemen, Arthritis oder Arthrose und Senioren.

Für eine optimale Schreibfähigkeit im Schulalter spielen im Besonderen die Sitzentwicklung im ersten Lebensjahr und die Greifentwicklung eine große Rolle. Die grobmotorische Entwicklung des ersten Lebensjahres stellt die Basis der feinmotorischen Entwicklung dar und ist Voraussetzung für die optimale Schreibfähigkeit.

Mehr über die menschliche Entwicklung und die Verbindung zwischen Bewegung, Sprache und Denken erfahren Sie auch unter Padovan und PäPKI®.

Innerhalb der Diagnostik und Therapie der Feinmotorik nach H. Stehn werden die einzelnen (fein-)motorischen Bereiche untersucht, speziell gefördert und zur Verbesserung der Schreibfähigkeit trainiert. Der Bericht nach einer Feinmotorik-Diagnostik nach Stehn dient zur möglichen Beantragung eines Nachteilsausgleiches beim Schulamt und/oder zur Unterstützung für individuelle Absprachen mit Lehrern und Schule.

Bei der Feinmotorik-Diagnose nach Stehn werden folgende Bereiche betrachtet

  • Grob- und feinmotorische Bewegungen
  • Stifthaltung
  • Heftlage
  • Sitzhaltung beim Schreiben
  • Schriftbild
  • visuelle Wahrnehmung

Aus der Feinmotorik-Diagnostik nach Stehn lassen sich sofortige Hilfen ableiten, wie z. B.

  • eine geeignetere Heftlage
  • alternative Schreibstifte/Therapiestifte
  • eine veränderte Sitzhaltung
  • Fingerübungen
  • Übungen zur Verbesserung der Augenfunktion und der visuellen Wahrnehmung usw.

Im Anschluss an die Diagnostik nach Stehn erstellen wir einen ausführlichen Bericht, der alle für das Kind sinnvollen Therapie-Maßnahmen enthält, z. B. der empfohlene Sitzplatz im Klassenraum, Linienstärke und Liniendicke für Deutsch und Mathematik, notwendige Maßnahmen bei nicht erkannter Links- oder auch Rechtshändigkeit u. v. m.

Für wen ist Feinmotoriktherapie nach H. Stehn sinnvoll?

  • für Kinder, die nicht gerne malen
  • für Kinder mit Unsicherheiten beim Schneiden und Basteln
  • Kinder, die feinmotorische Bewegungen meiden (z. B. Auffädeln)
  • bei auffälliger (verkrampfter) Stifthaltung und verkrampfter Schreibhand
  • bei unvorteilhafter Heftlage und Sitzhaltung
  • bei Auffälligkeiten in der Unterarm- und Fingermotorik
  • bei nicht erkannter Linkshändigkeit
  • bei Auffälligkeiten der Augenfunktionen (Schwierigkeiten beim Fixieren oder bei Augen-Folgebewegung)
  • bei langsamer Schreibgeschwindigkeit
  • bei Ecken in Buchstaben, die rund sein sollen 

Voraussetzungen für eine optimale Schreibfähigkeit im Schulalter

  • die Entwicklung des Gehens und des Körpergleichgewichts
  • die Sitzentwicklung im ersten Lebensjahr mit der Sitzhaltung
  • die Fähigkeit der Wechselbewegungen der Hände und der Finger
  • die Fähigkeit der körpernahen und körperfernen Bewegungen der Extremitäten
  • die Entwicklung der Augenmotorik